Gesichtsnervenlähmung

Gesichtsnervenlähmungen (Nervus Fazialis-Lähmungen) werden von den Patienten als sehr bedrohlich empfunden, weil das Gesicht durch einen Schiefstand entstellt wird. Gleichzeitig kann es zu Geschmacksstörungen, Hörstörungen wie Hyperakusis (laute Geräusche werden als sehr unangenehm empfunden) und Tränensekretionsstörungen (trockenen Augen) kommen. Die Ursache bleibt in 70% der Fälle unklar. In Frage kommen vergleichsweise häufig Viruserkrankungen, Mittelohrentzündungen, Zeckenbisse (Borelliose) oder Unfälle mit Schädel-Hirn-Trauma.

Anhand geeigneter diagnostischer Verfahren stellen wir fest:

  • was war der Auslöser?
  • wo wurde der Nerv geschädigt?
  • ist der Nerv nur „beleidigt“ oder tatsächlich geschädigt?
  • wann wird der Nerv voraussichtlich wieder richtig funktionieren?
  • ist eine chronische Verlaufsform zu erwarten?

Entsprechend der Diagnose werden wir Ihnen geeignete Therapieverfahren vorschlagen. In Frage kommen dabei:

  • Gegebenenfalls stationäre Einweisung
  • Infusionstherapie (modifiziertes Stennert-Schema), die zur Entlastung des Nerven führt
  • Vitamin B12-Komplex
  • ergänzende neurologische Untersuchungen

optional

  • Antibiose oder Virostatika
  • unterstützende Physiotherapie und Übungsanleitungen

 

 

Seit 2012 gibt es neben plastisch-chirurgischen Korrekturen ein neues Verfahren zur Behandlung der Fazialisparese, das verschiedene Ansätze aus Physiotherapie, Psychologie und Verhaltensmedizin kombiniert.
Prof. Guntinas-Lichius: „Mit Hilfe einer Vielzahl von Bewegungsübungen und der simultanen Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten der Gesichtsmuskeln und Rückmeldung dieser Aktivität an die Patienten (Neurofeedback) lernen die Patienten unter therapeutischer Anleitung ihre gesamte Gesichtsmuskulatur neu und besser zu kontrollieren. Ergänzt werden diese Übungen durch tägliche Aufgaben, die auf Station absolviert werden. Das tägliche Training von drei bis vier Stunden erstreckt sich über zwei Wochen, wobei die Patienten in dieser Zeit stationär in der Klinik für Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde aufgenommen werden.“

Wir sind für Sie da

(0221) 35 55 99-0
info@koeln-hno.de

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