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Schnarchdiagnostik

Schnarchen ist ein Ärgernis für Millionen von nicht schnarchenden Partnern in Deutschland. Der Schnarcher bekommt davon häufig nichts mit.

Ursachen

Im Schlaf erschlafft die Muskulatur des Rachenbereiches. Dadurch verengt sich der hintere Rachenbereich. Durch den sich erhöhenden Druck und die veränderte Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft beginnen die Weichteile zu vibrieren und die typischen Schnarchgeräusche entstehen.

Hauptursache des Schnarchens: Übergewicht – und das ist zugleich am schwersten zu therapieren.
Weitere Ursachen finden sich im HNO-Bereich bei folgenden Untersuchungen:

  • Inspektion der Nase und der Mundhöhle
  • Endoskopie des Nasenrachenraums, der Nasenhaupthöhlen, des Zungengrunds und des Kehlkopfs
  • Durchflußmessung beider Nasenhöhlen
  • Optional Ultraschallbeurteilung der Kieferhöhlen bei chronischen Entzündungszeichen in der Nase

Im Einzelnen können folgende Probleme identifiziert werden:

  • Nasenatmungsbehinderung (durch schiefe Nasenscheidewand oder vergrößerte Nasenmuscheln bedingt)
  • Gaumensegel, Zäpfchen (leiert mit der Zeit aus) oder Gaumenmandeln sind vergrößert
  • Zu großer Zungengrund
  • Austrocknung der Schleimhäute des Nasen- und Rachenbereichs

Gefährlich wird das Schnarchen, wenn es zu Atemaussetzern kommt, die das Herz- und Kreislaufsystem stark belasten und – je nach Schwere - zu einer Verkürzung Ihres Lebens von bis zu 7 Jahren führen können!

Schnarch-Screening

Deshalb führen wir bei unseren Patienten eine Schnarchscreening durch. Sie bekommen ein handflächengroßes, schlankes Gerät (MicroMesam), das bequem mit einem Brustgurt getragen werden kann, für eine Nacht mit nach Hause. Vor dem Schlafen wird dann nur ein dünnes Kabel unter die Nase gehängt und damit der gleichmäßige oder gestörte Atemluftstrom aufgezeichnet. Am nächsten Morgen werden die Messergebnisse über unseren PC ausgewertet.
Zusätzlich erhalten Sie von uns einen Fragebogen über Ihr Schlafbedürfnis und Einschlafverhalten tagsüber, den Sie am besten mit Ihrer Ihrer Partnerin zusammen ausfüllen sollten.

Ist das Ergebnis auffällig, wird die Verdachtsdiagnose OSAS (= Obstruktive Schlafbezogene Atem-Störung) gestellt und weitere Diagnoseverfahren, ggf. sogar der Aufenthalt in einem Schlaflabor sind erforderlich, werden durch uns veranlasst.
Ist das Ergebnis unauffällig, können wir Ihnen diverse Therapiemöglichkeiten anbieten.

Schnarch-Therapie

Wie bereits eingangs erwähnt ist eine Gewichtsreduktion in den meisten Fällen sehr hilfreich – Ihr Hausarzt ist Ihnen bei der Wahl der richtigen Methode sicherlich gerne behilflich.

Wesentlich sind diverse Maßnahmen, die Sie zu Hause relativ einfach durchgeführt werden können, und die als Schlafhygiene bezeichnet werden. Entsprechendes Infomaterial erhalten Sie in unserer Praxis.
Im Internet oder auch in der Apotheke werden unterschiedliche Hilfsmittel gegen das Schnarchen angeboten. Etliche davon können in unserer Praxis besichtigt werden.

Sollten wir in der HNO-Untersuchung eine gravierende Schleimhaut-Trockenheit feststellen, empfehlen wir die nächtliche Anwendung einer speziellen Nasensalbe, die in der Apotheke extra für Sie angemischt wird.

Sollten diese vergleichsweise einfachen und preiswerten Methoden nicht weiterhelfen, raten wir zum Tragen einer Schnarchschiene. Diese besteht aus Silikon, wird in unserer Praxis speziell so für Sie angepasst, dass der Unterkiefer beim Tragen ca. 5mm nach vorne geschoben mit und damit entsprechend viel Raum im Zungengrundbereich freigibt. Der Zeitaufwand für die Anpassung beträgt circa 20 Minuten. Diese Schiene wird nachts vor dem Einschlafen eingesetzt und normalerweise nach einer Eingewöhnungsphase von 4-7 Tagen problemlos vertragen. Einige Patienten verwenden Sie auch erst nach sanfter Aufforderung durch die Partnerin und erzielen damit die gewünschte Schnarchfreiheit.

Alternativ empfehlen wir, je nach anatomischer Störung, zu entsprechenden operativen Verfahren, die wir ambulant durchführen.
Meistens führen wir die Kürzung eines verlängerten Zäpfchens oder eines verdickten Gaumenbogens (Gaumensegelplastik) durch. Damit erzielen wir mehr Raum im Rachenbereich und die gekürzten Strukturen können weniger stark schwingen.
Manchmal ist neben den Schnarchproblemen die Nasenatmungsbehinderung ein zusätzlicher bedeutsamer Faktor. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, eine Nasenscheidewandkorrektur und / oder eine Verkleinerung der Nasenmuscheln vorzunehmen. Damit bessert sich die Nasenatmung fast immer erheblich, ebenso die Austrocknung des Rachenbereichs; das Schnarchen reduziert sich bei dieser Methode nur in 30-40% der Fälle.
Weitere chirurgische Maßnahmen wie Laser-Reduktion des Zungengrunds oder Zungenbein-Verlagerung sind deutlich seltener indiziert und stationären Behandlungen vorbehalten. Diese können wir für Sie gerne veranlassen.